Influencer-Marketing ist eine wirkungsvolle Strategie, um mit Key Opinion Leadern Markenbekanntheit, Sales-Conversion und Mundpropaganda-Marketing zu steigern.
Während der Pandemie mussten viele Unternehmen, die traditionelle Werbung gewohnt waren, plötzlich in die Online-Welt umsteigen. Bezahlte Werbedienste wie Google Ads und Facebook Ads gehörten zu den beliebtesten. Auch Influencer-Marketing ist in den letzten zwei Jahren deutlich gewachsen, da Marken Key Opinion Leader nutzen, um Sales-Conversion, Markenbekanntheit und Mundpropaganda-Strategien zu stärken. Dieses Wachstum dürfte sich 2022 und darüber hinaus fortsetzen.
Was genau ist Influencer-Marketing?
Influencer-Marketing ist in vielerlei Hinsicht eine Weiterentwicklung des Celebrity-Endorsements, bei der eine Marke einen Key Opinion Leader nutzt, um Bekanntheit zu steigern und Produkte oder Services zu vermarkten. Anders als Prominente kann ein Influencer aber jeder sein, der ein etabliertes Publikum auf Social Media oder einer anderen Online-Plattform hat, sei es ein Experte oder einfach ein Enthusiast einer bestimmten Produktnische. Ihre Meinungen beeinflussen letztlich die Kaufentscheidungen ihrer Follower.

4 Schritte zum Aufbau einer Influencer-Marketing-Kampagne
Sobald Sie ein klares Bild davon haben, was Influencer-Marketing ist und wie es funktioniert, können Sie eine Strategie nach folgenden Schritten aufbauen:
Schritt 1: Definieren Sie Ihre Kampagnenziele
Wie bei jeder anderen Marketingstrategie ist der erste Schritt, klare Ziele festzulegen. Manche Unternehmen nutzen Influencer-Marketing vor allem, um Markenbekanntheit zu steigern, andere verfolgen einen stärker vertriebsorientierten Ansatz mit Fokus auf Sales-Conversions. Laut einer aktuellen Umfrage priorisieren 36,7 % der Marketer Markenbekanntheit, 35,7 % Sales-Conversions. Klare Ziele helfen Ihnen später, Ihren ROI zu messen.

Schritt 2: Wählen Sie passende Influencer
Die passenden Influencer auszuwählen ist wohl der grösste Teil der Arbeit. Influencer werden oft nach Reichweite in Stufen eingeteilt: 'Nano'-Influencer haben bis zu 10'000 Follower, 'Mega'-Influencer über eine Million. Influencer mit grösserer Reichweite sind meist teurer und daher für kleinere Marken oft unerreichbar. Nano- und Mikro-Influencer bieten dagegen manchmal kostenlose Sichtbarkeit im Austausch für ein Produkt- oder Service-Testangebot.
Die Reichweite allein sollte aber nicht der wichtigste Faktor sein. Wichtiger ist die Zielgruppe: Influencer, mit denen Sie zusammenarbeiten, sollten eine passende Zielgruppe haben und Ihre Markenwerte teilen. Es bringt zum Beispiel wenig, mit einem Fashion-Influencer zusammenzuarbeiten, wenn Ihre Zielgruppe vor allem an Tech-Produkten interessiert ist.
Schritt 3: Wählen Sie die passende Plattform
Die grössten Influencer-Marketing-Plattformen sind Instagram, TikTok, Facebook und YouTube. Instagram, TikTok und YouTube haben tendenziell jüngere Zielgruppen, während Facebook bei Baby-Boomern, Generation X und der frühen Generation Y beliebter ist. Wichtig ist auch, ob Sie B2C- oder B2B-Zielgruppen ansprechen. Viele B2B-Marken setzen wegen des grossen beruflichen Publikums eher auf Plattformen wie LinkedIn und Twitter.
Schritt 4: Legen Sie Ihre KPIs fest
Um den ROI Ihrer Influencer-Marketing-Kampagnen zu bestimmen, müssen Sie folgende KPIs genau im Blick behalten:
Basiskennzahlen eignen sich am besten, wenn Markenbekanntheit das Ziel ist, etwa die Anzahl der Impressions oder Website-Besuche, die über den Influencer-Content erzielt wurden.
Engagement-Raten zeigen, wie stark Ihre Zielgruppe mit Ihrem Content interagiert, etwa neue Follower, Kommentare und Likes auf Ihre Inhalte.
Conversion-Kennzahlen sind entscheidend, wenn Sales im Fokus stehen. Conversions lassen sich über Referral-Links mit UTM-Codes oder individuelle Gutscheincodes tracken. Mit eigenen Codes je Influencer können Sie die Performance jedes Einzelnen separat auswerten.

3 häufige Influencer-Marketing-Fallen, die Sie vermeiden sollten
Auch wenn die Vorteile von Influencer-Marketing unbestritten sind, gibt es erhebliche Risiken, die Sie vor und während jeder Zusammenarbeit mit Influencern beachten sollten. Hier die häufigsten Fallen:
Wie in jedem Bereich des digitalen Marketings hat auch Influencer-Marketing unseriöse Akteure angezogen, manche davon schlicht betrügerisch. Eines der häufigsten Probleme ist Engagement-Betrug, bei dem Influencer Follower und Likes manipulieren, um sich für Marken wertvoller darzustellen, als sie wirklich sind. Es gibt zahlreiche Dienste im Internet, über die sich Likes und Follower kaufen lassen, und viele Profile sind gefälscht oder gehören nicht zur richtigen Zielgruppe. Prüfen Sie vor jeder Zusammenarbeit die Followerliste eines Influencers, um sicherzustellen, dass die Profile echt sind.
Wenn ein Influencer Ihre Marke oder ein Produkt bewirbt, wirkt er wie ein Sprachrohr Ihres Unternehmens. Seine Werte sollten daher zu Ihrer Marke passen. Das Letzte, was Sie wollen, ist unwissentlich mit einem Influencer mit umstrittener Vergangenheit zusammenzuarbeiten. Vorsicht ist auch bei Produkt-Redundanz geboten, wenn ein Influencer bereits mit einem Konkurrenzunternehmen zusammenarbeitet und dadurch die Wirkung Ihrer eigenen Marke verwässert. Eine Option ist die Zusammenarbeit mit einer seriösen Influencer-Marketing-Agentur, die gründliche Hintergrundprüfungen durchführt.
Nachdem ein Influencer Content für Sie veröffentlicht hat, brauchen Sie einen Weg zur Weiterverfolgung, zum Beispiel indem Sie die Reichweite mit bezahlter Werbung weiter ausbauen. Je nach Vereinbarung mit dem Influencer können Sie das unter Ihrem Markennamen oder dem Namen des Influencers tun. Unter dem Namen des Influencers zu posten wirkt authentischer. Unter Ihrer eigenen Marke zu posten hilft dagegen, bisherige positive Bewertungen zu zeigen.
Starten Sie mit Influencer-Marketing
Die hier behandelten Punkte sind nur einige der Dinge, die Sie beachten sollten, wenn Sie über Online-Werbung in China nachdenken. So wichtig die digitalen Marketing-Chancen auch sind, es braucht eine gewisse Lernkurve für die einzigartige Online-Landschaft, Kultur und Regularien dieses Landes.
Im zweiten Teil dieses Artikels befassen wir uns mit den wichtigsten rechtlichen Anforderungen und praktischen Hürden, die ausländische Unternehmen oder Werbetreibende überwinden müssen, bevor sie tatsächlich in den chinesischen Online-Werbemarkt einsteigen können.
Influencer-Marketing wird immer beliebter, da es ein wirksamer Weg ist, Mundpropaganda zu stärken und den Ruf einer Marke zu verbessern. Die Branche soll 2022 auf einen Wert von 16,4 Milliarden Dollar wachsen, und rund 82 % der Unternehmen setzen mittlerweile einen Teil ihres Marketingbudgets dafür ein. Influencer können deshalb der perfekte Ausgangspunkt für Ihren gesamten Marketingplan sein.
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